Bilder von China und Nordkorea
Huang Shan-Gebirge im Süden von China
Bilder von China und Nordkorea
Straßenszene aus der Stadt Chaozhou im Osten von GuangDong
Bilder von China und Nordkorea
Kaiping
Bilder aus China und Nordkorea
Temple of Heaven, Peking
Bilder aus China und Nordkorea
Hangzhou's West Lake
Bilder aus China und Nordkorea
Fischerdorf in Guangzhou
Bilder aus China und Nordkorea
Guangzhou
Bilder aus China und Nordkorea
Guangzhou
Bilder aus China und Nordkorea
Huangshan, Anhui
Bilder aus China und Nordkorea
Meizhou
Bilder aus China und Nordkorea
Guangzhou, China
Bilder aus China und Nordkorea
Alltagsszenen auf dem Kim Il Sung Platz in Pjöngjang, Nordkorea
Bilder aus China und Nordkorea
Auf dem Weg nach Pjöngjang
Bilder aus China und Nordkorea
Ein ruhiger Moment in Pjöngjang, Nordkorea
Bilder aus China und Nordkorea
Soldaten in Nordkorea
Bilder aus China und Nordkorea
Pjöngjang, Nordkorea

Die sanfte Seite der eisernen Nachbarn China und Nordkorea

Die Fotografin Simone May fängt den Alltag der Menschen in China und Nordkorea ein. Ihre Bilder zeigen die sanfte Seite beider Länder, die man selten zu Gesicht bekommt. Im Interview spricht die Journalistin und Fotografin über ihre Leidenschaft zur Fotografie und ihre Reise ins isolierte Nordkorea.

Die britische Fotografin und Journalistin Simone May (Name von der Redaktion geändert) wohnt seit 6 Jahren in Chengdu. Hier lehrt sie an der Fremdsprachenuniversität und arbeitet nebenbei für eine renommierte Nachrichtenagentur als Journalistin. Vor 8 Jahren kam Simone nach China und hat seither nicht mehr zurückgeblickt. Die Energie von Land und Menschen in China lässt sie erahnen, wie England sich nach Ende der viktorianischen Ära gefühlt haben muss. Voll von Selbstvertrauen und Potenzial, aber mit schmutzigen und ungeschliffenen Schattenseiten, die die Fotografin kunstvoll in ihre Bilder mit einfließen lässt. Im Interview mit xPlicitAsia spricht Simone über ihre Erfahrungen als Fotografin in Asien.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Für die Fotografie hab ich mich schon immer interessiert. Näher gekommen bin ich ihr durch meinen Großvater. Der begann schon in den 30er Jahren als Teenager damit, seine eigenen Fotos zu entwickeln. Er war es auch, der mir schon früh ein National Geographic Abonnement schenkte. Als mein Vater sich seine erste Digitalkamera kaufte, war ich fasziniert davon, die geknipsten Bilder gleich sehen zu können. Zwar war ich seither ein Fan der Fotografie, doch erst mein Umzug nach China hat es mir ermöglicht, meinen eigenen Stil zu finden.

Kannst du uns etwas mehr über deinen eigenen Stil erzählen? Welche Motive wählst du normalerweise für deine Bilder aus?

Da ich ein großes Interesse an Architekturgeschichte habe, begann ich anfangs damit, Gebäude zu fotografieren. Sie sind das Erste, was mir in einer neuen Umgebung auffällt. Ich glaube fest daran, dass der Aufbau und die Instandhaltung einer Umgebung am Meisten über Bewohner und Kultur verrät. China hat sich in dieser Hinsicht als reichhaltiges Thema erwiesen. Ich genieße es, sogenannte “in Abwesenheit”-Porträts zu schießen, z.B. einen leeren Stuhl und drum herum liegende Alltagsgegenstände. Diese zaubern von alleine ein Motiv und regen zum Nachdenken an.

Simon Haywood - Bilder aus China und Nordkorea
Huangshan, Anhui

Hast du eine formale Ausbildung in Fotografie oder hast du dir das Handwerk selbst beigebracht?

Zwar habe ich noch nie einen Fotokurs besucht, ich hatte aber das große Glück, dass es in meiner Schule eine Dunkelkammer gab. Mein damaliger Kunstlehrer hat dort viel Zeit mit uns Schülern verbracht und mir die Grundlagen von Spiegelreflexkameras vermittelt.

Welche Kamera nutzt du zur Zeit?

Meine Ausrüstung ist extrem simpel. Ich habe eine Crop-Sensor D5300 Nikon, die ich hauptsächlich mit einem 18-105er Objektiv verwende. Leichte und robuste Kameras, die ich überall mitnehmen und “herumwerfen” kann, bevorzuge ich. Dabei liebe ich es, ehrliche Momente einzufangen und Guangzhou bietet mir dafür unendlich viele Möglichkeiten. Ich bin also spontan und habe meine Kamera allzeit griffbereit. Auf die harte Tour musste ich lernen, dass die magischsten Momente meist passieren, wenn man seine Kamera zuhause lässt.

Simon Haywood - Bilder aus China und Nordkorea
Guangzhou, China

Du hast in deinem Leben schon viele unterschiedliche Länder und Orte bereist. Welche haben dir besonders gefallen?

Mein Beruf ermöglicht es mir, in viele verschiedene Dörfer zu reisen. Von diesen hätte ich vermutlich nie gehört. In diesen teils abgeschiedenen Orten ist die Geschichte des Landes China noch sehr lebendig und daher gehören die Aufnahmen dieser Orte zu meinen liebsten Bildern. So zum Beispiel Guangxi und Guizhou mit ihrer atemberaubenden Karst-Bergtopographie.

Simon Haywood - Bilder von China und Nordkorea
Huang Shan-Gebirge im Süden von China

Meine überraschendste Foto-Erfahrung habe ich aber in Nordkorea gemacht. Nie hätte ich erwartet, dass dieses Land so farbenfroh sein würde. Ich bin im Herbst dorthin gereist und die Jahreszeit hat sowohl die Städte, als auch die Landschaften in ein schimmerndes und pulsierendes Licht getaucht.

Gibt es ein bestimmtes Bild von dir, das eine bemerkenswerte Hintergrundgeschichte hat?

Wenn ich reise, dann bevorzuge ich – wenn möglich – den Landweg. Nach Pjöngjang in Nordkorea bin ich von Guangzhou aus mit dem Zug gereist. Auf dieser Zugfahrt habe ich mein Lieblingsfoto gemacht. Bevor ich das erste Mal nach Nordkorea reiste, hatte ich jede Menge Vorurteile darüber, wie dieses isolierte Land wohl aussehen würde. Bedingt durch Aufnahmen aus den Nachrichten und einigen wenigen Dokumentationen, habe ich immer den Eindruck von einem “trüben” und “staubigen” Land gehabt, das durch Soldaten und trostlose Plattenbauten geprägt ist. Hingegen aller Erwartungen sah ich tief olivgrüne Landschaften mit weitläufigen Feldern aus violetten und gelben Wildblumen. Statt versteinerter Minen traf ich auf lachende und herumalbernde Soldaten. Von diesen habe ich ein Bild gemacht, das bis heute mein Lieblingsfoto ist. Ich schätze dieses Bild, weil es die Wärme widerspiegelt, die von den Bewohnern des Landes ausging. Weil das Fotografieren von Militärangehörigen in Nordkorea nicht erlaubt ist, habe ich das Soldatenbild sofort nach der Aufnahme auf mein Handy übertragen und in einem Textdokument versteckt. Ich musste sichergehen, dass das Bild auch bei etwaigen Kontrollen nicht gelöscht wird, was mir glücklicherweise gelungen ist. (Mehr Nordkorea-Aufnahmen von Simone May findet Ihr in unserer Galerie).

Nordkorea aus den Augen von Simon Haywood

Was macht deiner Meinung nach ein gutes Bild aus?

Ich habe persönlich eine Abneigung gegen Fotoshootings und inszenierte Fotografie. Es ist eben ein anderes Genre mit seinen eigenen Regeln. Für mich hat das allerdings wenig mit der herkömmlichen Seele der Fotografie gemein. Meiner Meinung nach sollte eine Fotografie bestimmte Alltagsmomente festhalten und sie hervorheben. Ich bewundere Menschen, die beispielsweise in Bezug auf die Komposition Regeln brechen. Das überrascht mich und ermutigt den Betrachter, Situationen aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten.

Hast du Lieblingsfotografen, die dich inspirieren?

Mein Abonnement vom National Geographic hat mich von klein auf mit der Arbeit vieler unglaublicher Fotografen bekannt gemacht, darunter z.B. Steve McCurry. Vor nicht allzu langer Zeit bin ich auf die Arbeiten von Greg Girard gestoßen, das hat mich sehr inspiriert. Schließlich und vor allem ist die Arbeit des chinesischen Fotografen Lu Gang eine wahre Inspiration für mich. Nicht nur ist sie ansprechend, sie ist auch wichtig, weil sie die harte Realität und die Schattenseiten Chinas aufzeigt – nämlich dass Millionen Chinesen noch immer mit einer ausnahmslosen Umweltverschmutzung und Armut zu kämpfen haben. Dass Lu Gang vermutlich verhaftet wurde, ist äußerst traurig und beunruhigend.Simon Haywood - Alltag in Nordkorea

Was würdest du aufstrebenden Fotografen mit auf den Weg geben wollen?

Verbringt so viel Zeit wie möglich damit, die Werke anderer Fotografen zu betrachten. Das trainiert das Auge und hilft dabei, Ziele in Bezug auf Stil und Thema zu formulieren. In heutigen Zeiten, wo man alles fotografiert, ist weniger oft mehr und man muss keine Angst haben, wenn man nicht alles einfangen kann. Umso weniger Bilder am Ende des Tages bearbeitet werden müssen, umso besser kann man sich auf die Fotos konzentrieren, die wirklich wichtig sind.

Simon Haywood - Bilder aus China und Nordkorea
Ein ruhiger Moment in Pjöngjang, Nordkorea
Simon Haywood - Bilder von China und Nordkorea
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