Azuma Makoto - experimentelle Blumenkunst aus Japan
©AMKK Exobiotanica

Azuma Makoto – Experimentelle Blumenkunst aus Japan

Der japanische Blumenkünstler Azuma Makoto überschreitet die Grenzen von Kunst, Mode und Natur. Seine spektakulären und experimentellen Kreationen, zeigen Pflanzen in ungewöhnlichen Umgebungen. Er friert Blumeninstallationen in Eisblocks, lässt Pflanzen im Meer untergehen und schießt sie in den Weltraum. Die Mission ist es, das verborgene Potenzial jeder Blume zum Vorschein zu bringen. Neben ihrer Schönheit und Anmut, möchte der florale Künstler besonders ihre Stärke und Widerstandsfähigkeit betonen.

Azuma Makoto - experimentelle Blumenkunst aus Japan
©AMKK Frozen Flowers

Flower Punk

Der Florist ist 1976 in Fukuoka, dem südlichen Teil Japans, geboren und aufgewachsen. Gelangweilt vom ländlichen Leben und auf der Suche nach Karrieremöglichkeiten, ziehen er und seine Schulfreunde, Mitte der 1990er Jahre gemeinsam nach Tokyo. Sie gründen eine Punkrock-Band und träumen davon Rockstars zu werden. Um sich finanziell über Wasser zu halten, fangen er und sein Freund Shunsuke Shiinoki nebenbei an in einem Blumenladen zu jobben. Die Begegnung mit der Schönheit der Blumen ist schließlich der Wendepunkt in ihrem Leben.

Azuma Makoto - experimentelle Blumenkunst aus Japan
©AMKK

Inzwischen sind die beiden Freunde heute immer noch Partner und betreiben seit 2001 die Blumenboutique Jardin des Fleurs in Tokyos Edeleinkaufsstraße Omotesando. Sein Partner Shiinoki hat sich auf die Pflanzenfotografie spezialisiert.  In einem unterirdischen Labor unterhalb der Boutique kreieren Makoto und sein mehrköpfiges Team, das AMKK – Azuma Makoto Botaniklabor, extravagante Blumenarrangements. Kreationen aus dem Hause AMKK waren bereits auf den Laufstegen der Luxusmodelabels Fendi und Dries Van Noten zu bewundern. Im September 2018 zierte Sängerin Rihanna das Cover der britischen Vogue, mit einer von Makoto entworfenen Blumenkrone.

Neben den Aufträgen für exklusive Kunden, steckt Makoto seine ganze Leidenschaft in eigene Projekte. Darüber hinaus veröffentlichte er mehrere Bildbände und das Buch „Enzyklopädie der Blumen“ eine Untersuchung von Blumenarrangements, die mehr als 2000 Arten umfasst.

Azuma Makoto - experimentelle Blumenkunst aus Japan

Blumen im Weltall

Für sein innovatives Projekt „Exobiotanica“ schickte der Künstler 2014 das erste Mal eine Pflanze in den Weltraum. Mit Hilfe von Ballons wurden ein 50 Jahre alter Bonsaibaum und üppige Blumensträuße in 30 000 Meter Höhe in die Stratosphäre platziert. Ein dafür eigens konstruiertes Gestell mit speziellen Kameras verfolgte mit, wie bei minus 60 Grad Blütenblätter in das Weltall hinwegflogen.

Azuma Makoto - experimentelle Blumenkunst aus Japan
©AMKK Exobiotanica

2017 erregte das Team um AMKK erneut Aufsehen, mit dem Projekt „Sephirotic Flowers“. Diesmal dokumentierten sie Blumeninstallationen in 2000 Meter Meerestiefe.

Azuma Makoto - experimentelle Blumenkunst aus Japan
©AMKK Sephrotic Flowers

Im Laufe der Jahre hat der botanische Bildhauer, wie Makoto sich selbst bezeichnet, immer wieder Projekte entwickelt, die Blumen in Umgebungen zu bringen, in denen sie normalerweise nicht überleben. Er bezeichnet es kurzum als „bewusste Kunst“. In einer Welt , in der die Natur bedroht ist, möchte Makoto den Menschen mit seiner Kunst die Augen für unsere kostbare Umwelt öffnen.

Azuma Makoto - experimentelle Blumenkunst aus Japan
©Azuma Makoto

Maximale Schönheit

Im Gegensatz zur traditionellen japanischen Kunst des Ikebanas, die der Inbegriff von Minimalismus sind, haben Makoto’s Arrangements explosive Ausmaße. Die farbenfrohen Installationen strotzen vor Schönheit und  jedoch sind  sie gleichzeitig so fragil und vergänglich. Makoto’s Intention mit seiner Kunst ist es, das Gefühl der Ehrfurcht vor der Natur in das heutige Leben zurückzubringen.

Im Interview mit atmosearth.com sagt er: „Wir Menschen leben bereits auf eine wichtige Art und Weise mit Blumen. Sie begleiten uns vom Moment der Geburt an, bis hin zu Hochzeiten, Jahrestagen und Beerdigungen; man feiert mit Blumen auf Festen, und auch in der Mode und Kunst ist die Blume ein ewiges Motiv. Sie verkörpern Schönheit, Kraft, Vitalität und das Vergängliche.

Azuma Makoto - experimentelle Blumenkunst aus Japan

Die Verbindung zwischen Mensch und Blumen

Die Verbindung von Menschen und Blumen ist sein größtes Anliegen. Zeit ist ihm dabei ein wichtiges Element. In den Arbeiten werden alle Stadien des Blumenlebens dokumentiert.  Sprossen, Knospen, gefolgt vom Erscheinen von Stängeln und Blüten. Und dann verwest alles. Jeder Moment ist auf eine andere Art und Weise schön und wertvoll. Makoto‘s kurzlebige florale Kunstwerke erinnern daran, dass nichts in dieser Welt von Dauer ist. Leben und Tod existieren nebeneinander. Der kurze Lebenszyklus der Blumen macht diese ständige Veränderung besonders deutlich. Makoto findet, dass jede Phase dieser Veränderung gefeiert werden muss.

Azuma Makoto - experimentelle Blumenkunst aus Japan
©AMKK Frozen Flowers

Azuma Makoto - experimentelle Blumenkunst aus Japan

 

AKMM Webseite: azumamakoto.com

Instagram: Azuma Makoto

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