Beliebtes Gericht in Südkorea: Roher Oktopus

Zwischen Ekel und Genuss – Kulinarische Highlights aus Asien

Diese asiatischen Gerichte sind nichts für schwache Nerven

Fischsperma, frittierte Grashüpfer, Seidenraupen oder Thunfischaugen. In der asiatischen Küche gibt es allerhand Spezialitäten und bizarre Gerichte, die für die meisten Reisenden eine kulinarische Herausforderung darstellen. Wir haben uns 10 der bizarrsten Gerichte aus Asien einmal genauer angeschaut.

Andere Länder, andere Essgewohnheiten. Auf dem asiatischen Kontinent gibt es viele Gerichte, die für westliche Gaumen wohl etwas gewöhnungsbedürftig sind. Viele dieser Köstlichkeiten würde man als Europäer vermutlich gar nicht erst probieren wollen. Doch was wir als Ekel-Food sehen, gilt woanders als begehrenswerte Delikatesse. Ein kultureller Austausch auf der Geschmacksebene und ein wenig Neugierde lohnen sich auf jeden Fall. Denn wer sich traut, Neues auszuprobieren, dem bietet sich eine ungeahnte kulinarische Vielfalt. Im Folgenden wollen wir euch ein paar asiatische Spezialitäten vorstellen, die garantiert nichts für schwache Nerven sind.

Balut aus den Philippinen – Das Embryo-Ei

Eine Spezialität der Philippinischen Küche - Balut, das Embryo-Ei
Balut | Flickr © Shankar S. (CC BY 2.0)

Balut ist nur etwas für Hartgesottene. Den beliebten Straßensnack gibt es nicht nur auf den Philippinen, sondern auch in vielen anderen Regionen Südostasiens. Es handelt sich hierbei auf den ersten Blick um ein gewöhnliches Ei, doch es trägt eine Überraschung in sich. Nämlich einen halb entwickelten Embryo, also ein angebrütetes gekochtes Enten- oder Hühnerei, bei dem Schnabel und Federn der Küken noch deutlich zu erkennen sind. Das Ganze wird meist mit Salz oder Essig gewürzt (Mehr Infos zu Spezialitäten aus den Philippinen findet ihr hier).

 

Bird’s Nest Soup 燕窝  aus China – Schwalbennestersuppe

Zwischen Ekel und Genuss - Kulinarische Highlights aus Asien - Schwalbennestersuppe
Bird Nest Soup – Schwalbennestersuppe | Flickr © Takahiro Yamagiwa (CC BY 2.0)

Der Name dieses ungewöhnlichen Gerichts aus China ist Programm. Diese traditionelle Suppe wird tatsächlich aus Vogelnestern zubereitet. Wer jetzt denkt, dass die Chinesen einfach einen Haufen Zweige und Moos in eine kochende Brühe werfen, der irrt. Die richtige Zubereitung ist allerdings nicht weniger gewöhnungsbedürftig. Tatsächlich werden die Nester aus dem verhärteten Speichel der Vögel hergestellt und mithilfe von Brühe wieder aufgeweicht. Essbare Vogelnester sind in China einer der luxuriösesten und teuersten Delikatessen. Man nennt sie deswegen auch Kaviar des Ostens.

Shirako (jap. 白子) aus Japan – Fischmilch oder Fischsperma

Zwischen Ekel und Genuss - Shirako Fischsperma aus Japan
Shirako (jap. 白子) | Flickr: Koji Horaguchi (CC BY 2.0)

Sündhaft teuer und sehr beliebt ist das nur zu bestimmten Jahreszeiten erhältliche Sperma von Fischen, Weichtieren und anderen Lebewesen aus dem Meer. Die Delikatesse wird in Japan als Weiße Kinder bezeichnet. Sie wird in der Regel roh mit Ponzu-Sauce serviert, als Tempura frittiert oder mit Sushi und Sashimi gereicht.

Maguro no Medama マグロの目玉(まぐろのめだま) aus Japan – Thunfischaugen

 

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Schon mal die Augäpfel vom Thunfisch probiert? Dieses bizarr anmutende Gericht kann man in Japan verkosten. Dort sind die fleischigen, tennisballgroßen Augäpfel ein Snack, der gelegentlich in Bars oder als Vorspeise serviert wird. Das Auge besteht aus einer harten Außenseite, der sogenannten Sklera, die die Linse, die Iris und eine gallertartige Flüssigkeit enthält. Kocht man die Sklera, ist sie normalerweise zu zäh zum Essen, aber den inneren Inhalt des Auges kann man ähnlich wie Knochenmark raussaugen. Köche schmoren die Augäpfel oft in einer Mischung aus Sojasauce und Mirin oder braten sie mit Sesamöl und Ingwer an.

Beondegi (번데기) aus Südkorea – Seidenraupen

Zwischen Ekel. und Genuss - Essbare Seidenraupen aus Südkorea
Beondegi )번데기) | Flickr © Charles Haynes (CC BY-SA 2.0)

Bondaegi, wörtlich „Puppe“ ist ein koreanischer Streetfood-Snack, der aus Seidenraupenpuppen zubereitet wird. Die winzigen Tiere werden normalerweise gekocht oder gedünstet, anschließend gewürzt und dann in kleinen Pappbechern mit Zahnstochern serviert. Man findet diesen ungewöhnlichen Snack nicht nur an zahlreichen Streetfood-Ständen im ganzen Land. Er wird auch als Dosenversion in einigen Supermärkten verkauft oder als Beilage in Restaurants serviert. Beondegi war insbesondere während des Koreakrieges eine beliebte Speise, als Lebensmittel allgemein knapp waren und ein Mangel an proteinreichen Zutaten herrschte.

Century Egg 皮蛋 aus China – Tausend- oder Hundertjährige Eier

Bizarre Gerichte aus Asien: Century Egg oder Hundertjährige Eier aus China
Hundertjährige Eier (皮蛋) | Flickr © Alpha (CC BY-SA 2.0)

Bei den Tausendjährigen Eiern, häufig auch als Hundertjährige Eier bezeichnet, handelt es sich schlicht und einfach um konservierte Eier. Anders als man annehmen könnte, sind sie weder Tausend Jahre, noch ein Jahrhundert alt. Der Prozess der Konservierung dauert tatsächlich einige Wochen bis Monate und beinhaltet das Einweichen von Eiern in einer speziellen Lösung.

Dabei können sowohl Enten-, als auch Wachtel- oder Hühnereier verwendet werden. Die Salzlösung besteht in der Regel aus Ton und Salz, kann aber auch Asche, Branntkalk und Reishülsen enthalten. Sie bewirkt, dass das Eigelb der Eier eine cremige, käseähnliche Konsistenz annimmt und verwandelt das Eiweiß in ein dunkel gefärbtes Gelee. Mit ihrem durchscheinenden, dunklen Äußeren und dem grünlich-schwarzen, nach Ammoniak riechenden Dotter sehen die Eier gewiss nicht unbedingt appetitlich aus, doch sie sind eine wahre Beliebtheit. Insbesondere in Hongkong und China, wo man sie sowohl in einfachen Snackbars, als auch in Michelin-Restaurants serviert.

Jing Leed (จิ้งหรีด) aus Thailand – Frittierte Grashüpfer

Bizarre Gerichte aus Asien: Jing Leed - Frittierte Grashüpfer oder Grillen aus Thailand
Jing Leed | Flickr © KillerTurnip (CC BY-NC-ND 2.0)

Weil sie proteinreich und gesund sind, isst man in Thailand ohnehin gerne Insekten. Ein besonders weit verbreiteter Snack sind die sogenannten Jing Leed, leicht frittierte Grillen, die mit einer aromatischen Sauce verfeinert werden. Vor dem Kochen werden die Grashüpfer zudem mit Salz, Chilli und Paprikapulver gewürzt. Diejenigen, die diesen beliebten Snack schon mal probiert haben, sagen, er sei köstlich, schmecke ein wenig nach Popcorn sei und eine wahre Proteinquelle.

Jibachi Senbe 地蜂せんべい (じばち せんべい) aus Japan – Wespencracker

Bizarre Gerichte aus Asien: Kann man Wespen essen? Ja, in einem Reiscracker aus Japan
© 9GAG

Kann man Wespen essen? Ja Wespen kann man essen und das in einem japanischen Reiscracker. Zwar dürfte dieser Snack den meisten Japanern genau so seltsam anmuten wie uns, dennoch wurde er in Japan erfunden. Und zwar in der japanischen Stadt Omachi, wo Mitglieder eines japanischen Liebhaber-Clubs für Wespen auf die ungewöhnliche Idee kamen. Die Cracker sollen etwas öliger sein als die traditionellen Reiscracker mit Sojasaucen-Geschmack. Für ihre Herstellung werden Grabwespen gekocht und getrocknet und dann in die Mischung für Reiscracker gegeben. Einem Rezensenten zufolge hat der Wespen-Cracker einen milden, süßlich-würzigen Geschmack, während die Insekten selber wie verbrannte Rosinen mit einer säuerlichen Note schmecken. Nicht so positiv empfand der Rezensent, dass Beine und Flügel nach dem Verzehr im Mund stecken blieben.

Deep Fried Tarantula aus Kambodscha – Frittierte Vogelspinne

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Für den ein oder anderen dürften gebratene oder frittierte Spinnen ein Albtraum sein. Nicht so in Kambodscha, wo das Frittieren und Essen von Vogelspinnen eine wahre Delikatesse darstellt. Taranteln landeten ursprünglich aus der Not heraus auf dem kambodschanischen Speiseplan. Als Armut und Hunger während der blutigen Herrschaft der Roten Khmer in den 1970er Jahren herrschten, begannen die Menschen jegliche Lebewesen, die sie fangen konnten, zu essen. Einige der Tiere schmeckten sogar – wie Vogelspinnen, Skorpione oder Seidenraupen. So blieben diese auch nach dem Ende der verheerenden Hungersnot ein Teil der kambodschanischen Ernährung. Die Spinnen werden in der Regel paniert und anschließend in heißem Öl frittiert. Am Ende serviert man sie mit frischen Kräutern. Einige Menschen essen auch den Hinterleib der Vogelspinne, da dieser die inneren Organe und andere Körperflüssigkeiten enthält.

Sannakji (산낙지) aus Südkorea – Lebender OktopusBeliebtes Gericht in Südkorea: Roher Oktopus

Oktopus wird in Südkorea gerne gegessen und auf verschiedene Arten zubereitet – zum Beispiel geschmort, gebraten oder gedünstet. Viele essen Oktopus aber auch gerne roh – am Liebsten mit Soju, dem beliebten Schnaps. Filmliebhabern dürfte eine erinnerungwürdige Szene aus dem koreanischen Film Oldboy von Park Chan-Wook einfallen. Hier nimmt der Protagonist Oh Dae-Su einen ganzen, noch lebenden Oktopus in den Mund und beißt seinen Kopf ab, bevor er das ganze Tier in seinen Mund stopft, während die Tentakel an seinem Gesicht kleben bleiben.

So martialisch wie im Kult-Film isst man den Oktopus in der Regel aber nicht. Sannakji wird zubereitet, in dem ein lebender Oktopus mit einem scharfen Messer in viele kleine Teile zerhackt wird. Dann wird er gemeinsam mit Sesamöl Chilli, und Dip-Saucen serviert. Die Videostreaming-Website YouTube ist voll mit Videos von ausländischen Touristen und Expats, die Sannakji probieren. In der Tat empfehlen viele Koreaner dieses Gericht Ausländern, da sie es für eine aufregende Erfahrung halten.

In Japan ist der Verzehr von rohem Oktopus als Katsu Ika Odori Don (jap. 活いか踊り丼) – ‚Tanzender‘ Tintenfisch bekannt. Weil der vermeintlich tote Tintenfisch buchstäblich auf dem Teller tanzt, sobald man Sojasauce darüber gießt, fragt man sich, ob der Tintenfisch noch lebt, wenn er serviert wird. Die Antwort lautet: Nein. Weil das Tier nur wenige Momente zuvor getötet wurde, sind seine Nervenzellen noch aktiv und durch das Salz in der Sojasauce werden die Neuronen aktiviert und der Tintenfisch fängt an zu „tanzen“, in einigen Fällen hüpft er sogar vom Teller.