ConfrontAsian – Fotoprojekt thematisiert Alltagsrassismus gegenüber Asiaten

Alltagsrassismus gegenüber Asiaten kann überall stattfinden: in der Schule, am Arbeitsplatz, im Café und Restaurant, auf Partys oder in der U-Bahn. Die Abwertung von Menschen anderer Herkunft oder Hautfarbe ist kein Randphänomen, sondern so allgegenwärtig, dass sie häufig unbewusst geschieht. Oft ist Rassismus nur die vermeintlich harmlose Wiedergabe von Vorurteilen und arbeitet sich an Oberflächlichkeiten ab – so zum Beispiel am Aussehen oder am Namen.

Heißt jemand Zhang, Kim, Nguyen oder Tanaka mit Nachnamen, dann ist er per se erstmal Chinese und wird wahllos in einen Topf geworfen – und das obwohl Asien ein diverser Kontinent mit 47 Staaten ist. Vorurteilsbehaftete Bemerkungen gegenüber Asiaten werden dabei oft nicht als rassistisch wahrgenommen, sondern sogar als lustig empfunden. Typische Fragen wie zum Beispiel, ob man zuhause Katze oder Hund isst, ob man aus seinen “Schlitzaugen” eigentlich noch was erkennen kann oder welchen China-Imbiss die Familie betreibt, hat vermutlich jede asiatischstämmige Person in westlichen Ländern schon mal gehört.

„Asiatische Frauen können gut massieren und Männer sind entweder Kampfsportler oder Nerds“

Auch vermeintlich positive Vorurteile wie Intelligenz, Fleiß und die Bezeichnung “Vorzeigemigrant” scheren Menschen als Masse über einen Kamm und sind daher problematisch. Weit verbreitet ist auch die Exotisierung von asiatischen Frauen und die weit verbreitete Annahme, dass diese unterwürfig und demütig seien. Männer hingegen werden häufig als Kampfsportler oder Nerd-Typen pauschalisiert.

Das von der jungen Studentin Joyce Victoria Teng ins Leben gerufene Projekt ConfrontAsian befasst sich mit genau diesen Vorurteilen, mit Alltagsrassismus und mit Mikroaggressionen gegenüber Asiaten. Für ConfrontAsian hat Joyce Menschen asiatischer Herkunft gebeten, ihre Erfahrungen zu teilen und über ihre Erlebnisse zu sprechen. Dabei sind zum Teil ernste, aber auch humorvolle Beiträge entstanden. Im Interview mit xPlicitAsia spricht Joyce über ihr Projekt, ihre Motivation und ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema.

Fotoprojekt - Alltagsrassismus gegenüber Asiaten
Einige von uns heißen vielleicht „Sum Ting Wong“, aber wenigstens lassen wir uns nicht „Chinesische Nudelsuppe“ auf unsere Körper tätowieren“
Fotoprojekt - Alltagsrassismus gegenüber Asiaten
„Ching Chong“ Sorry, aber das ist nicht mal Chinesisch“

 

Fotoprojekt - Alltagsrassismus gegenüber Asiaten
„Ich bin Südkoreanerin. Warum zum Teufel sollte ich Kim Jong Un kennen?“

 

Joyce, erzähl uns ein wenig über dich selbst.

Mein Name ist Joyce Teng, ich bin 20 Jahre alt und komme ursprünglich aus Hongkong. Meine Wurzeln sind überwiegend Chinesisch und zu 1/16 Deutsch (was ich nicht häufig erwähne, da man das nun wirklich nicht erkennen kann). Ich spreche fließend Kantonesisch, Mandarin, Englisch und sogar ein wenig Deutsch und Koreanisch. Seit 2015 studiere ich in Großbritannien und habe vor Kurzem meinen Studiengang Contemporary Media Cultures am Londoner College of Communications (LCC) abgeschlossen.

Geboren und aufgewachsen bin ich Hongkong, wo ich eine lokale Schule besuchte. Da mein Vater asiatisch-amerikanischer Herkunft ist, lief bei uns einiges anders ab, als bei meinen Freunden. Während diese in jungen Jahren japanische Anime guckten, schaute ich den Disney Channel auf Englisch. Statt Reis und Nudeln gab es bei uns zuhause Suppe und Sandwiches. Ich bin quasi zwischen den Kulturen aufgewachsen und aus diesem Grund fällt es mir bis heute nicht leicht, mich zu identifizieren.

Aus welchem Grund hast du ConfrontAsian gestartet und was war die Idee hinter dem Projekt? 

ConfrontAsian begann als Fotoprojekt für eine Ausstellung namens The Body and the City an der Uni. Zwar wusste ich, dass ich gerne Porträts machen wollte, aber ich war nicht sicher, ob meine fotografischen Kenntnisse dafür ausreichen würden. Auf der Suche nach Inspiration und Ideen blätterte ich zunächst durch alte Essays von mir. Vielleicht hielten diese ja etwas Brauchbares bereit. Dann fand ich ein Forschungsprojekt, das ich schrieb, als ich einen Grundkurs mit dem Titel Is Racism a Neglected Issue In The UK? belegte. Ich versuchte zunächst nur Notizen zu machen und erkannte plötzlich: „BAM! Ein Projekt, das sich mit Rassismus auseinandersetzt. Das ist es, was ich tun werde!“

Ich präsentierte die Idee meiner Lehrerin und sie fand es toll. Die Idee hinter dem Namen ConfrontAsian ist, dass wir Asiaten manchmal auf der Straße diskriminiert oder beschimpft werden, aber uns nur selten dagegen wehren. Manchmal müssen wir uns sogar einen Moment Zeit nehmen, um zu erkennen: „Oh, das war rassistisch“. Mittels ConfrontAsian hoffe ich, dass wir Asiaten vermehrt die Konfrontation suchen, uns austauschen, gegenseitig stärken, sensibilisieren und informieren. Das alles ist zwar ein ernstes Thema, aber eine Prise Humor sollte auch in diesem Projekt nicht fehlen.

Fotoprojekt - Alltagsrassismus gegenüber Asiaten
„Jackie Chan ist nicht mein Held!“

 

Fotoprojekt - Alltagsrassismus gegenüber Asiaten
„Nein sorry. Ich weiss wirklich nicht, was log4(3x-7)^2=10 ergibt. Ich bin nur Asiatin, nicht deine Mathelehrerin!“
Fotoprojekt - Alltagsrassismus gegenüber Asiaten
„Wo kommst du her?“
„Aus New York“
„Nein wo kommst du WIRKLICH her?
#TooYellow2beAmerican?

Alltagsrassismus wird oft als solcher nicht wahrgenommen

In Bezug auf die Zielgruppe von ConfrontAsian glaube ich leider nicht, dass sich viele Nicht-Asiaten für das Projekt interessieren werden. Dafür hoffe ich, dass mehr asiatische Menschen einen Blick auf ConfrontAsian werfen und über ihre eigenen Erfahrungen und Standpunkte reflektieren. Einige Chinesen halten es z.B. für akzeptabel, wenn man sie mit „Ni Hao“ anspricht, nur weil sie Chinesen sind. Andere Asiaten lachen mit ihren Freunden über rassistische Witze, weil sie scherzen, ohne die Mechanismen hinter den rassistischen Witzen zu verstehen. Ich möchte, dass sie erkennen, dass nichts davon in Ordnung ist.

Die Art und Weise, wie ich meine Bilder präsentiere, ist zum Teil von Jim Goldbergs Projekt Rich and Poor inspiriert. Mit dem Unterschied, dass seine Bilder die handschriftlichen Unterschriften des Fotografen tragen. Auch ein Schulprojekt namens ON SEX AND GENDER, das 2014 von einer Gruppe Studenten des Connecticut College in den USA durchgeführt wurde, diente mir zum Teil als Vorbild. Der Grund, Polaroids anstelle von Digitalfotos zu verwenden, hat für mich etwas mit Unverwechselbarkeit, Interaktion und Authenzität zu tun.

Ist ConfrontAsian als langfristiges Projekt geplant? Hast du eine spezifische Vision für das Projekt?

Eine Ausstellung zu ConfrontAsian fand bereits im Dezember 2018 statt. Demnach ist das Projekt eigentlich abgeschlossen, aber da ich so viel Herzblut hineingesteckt habe, möchte ich es noch eine Weile fortführen. Die Umsetzung war nicht immer einfach für mich und die Reaktionen auf ConfrontAsian gespalten. Viele Leuten hielten meine Arbeit für zu politisch. Andere wollten es nicht unterstützen, um ihre weißen Freunde nicht zu provozieren und wieder andere waren der Meinung, dass ich einfach über reagiere und dramatisch bin.

Auch nicht einfach war es, einen geeigneten Fotografen zu finden und das Projekt in eigener Verantwortung voranzutreiben, immerhin war ich alleine damit beschäftigt. Trotzdem werde ich mein Bestes geben, um ConfrontAsian am Leben zu erhalten.

Fotoprojekt - Alltagsrassismus gegenüber Asiaten
„Warum sind deine Augen so klein?“ „Damit ich deine rassistische Fresse nicht sehen muss!“
Fotoprojekt - Alltagsrassismus gegenüber Asiaten
„Für einen Geographie-Studenten solltest du eigentlich wissen, dass Hongkong nicht in Japan liegt.“
Fotoprojekt - Alltagsrassismus gegenüber Asiaten
„Du kannst also „Borough of Greenwich“ aussprechen, aber nennst mich trotzdem „Ching Chang Chong“, obwohl ich CHAN YIK CHUN heisse.“

Hast du deine eigenen Erfahrungen mit Rassismus und Mikroaggression in Großbritannien oder anderen europäischen Ländern gemacht? Und wie gehst du selber mit Rassismus im Alltag um?

Ja, einige sogar. In einem Schreibkurs an der Uni sollten wir eine Postkarte aus einem fremden Land schreiben. Ich schrieb: „aus Taiwan“. Die Lehrerin sah auf meinen Bildschirm und sagte: „ähm…meinst du Thailand?“ Daraufhin erklärte ich: „Nein, Taiwan ist ein kleines Land in Asien“. Offensichtlich konnte ich sie nicht von der Existenz Taiwans überzeugen und sie hielt daran fest, dass ich Taiwan schlicht mit Thailand verwechselte.

Auf einer Reise im dänischen Kopenhagen rief ein afroamerikanischen Mann mir und meiner Hongkonger Freundin zu: „Ching Chong! Ni hao ma?!! Was ist los, Mädels, seid ihr aus China?“ Ich fragte ihn, woher er denn herkomme und er sagte stolz: „North Carolina, USA!“ Daraufhin sagte ich: „Ich frag dich auch nicht, ob du aus Nigeria kommst. Also hör auf, Leute zu fragen, ob sie aus China kommen“ und er reagierte mit den Worten: „Woah woah woah chill“.

Alltagsrassismus ist allgegenwärtig

Westliche Gesellschaften denken oft, dass sie genug über Rassismus reden. Aber Rassismus ist meiner Meinung nach nicht nur die Diskriminierung Schwarzer durch Weiße. Rassismus passiert tagtäglich ebenso gegenüber uns angeblichen Vorzeige-Minderheiten. Auch Afroamerikaner, Asiaten und andere können sich rassistisch äußern.

Eine andere Erfahrung hatte ich im französischen Nizza. Beim Einchecken ins Hotel konnte ich Hongkong als Region auf dem iPad nicht finden. Ich weiß, dass es technisch gesehen als China gilt, aber aufgrund der Unterschiede in Bezug auf Pass und Nationalität ist Hongkong in der Regel eine Option alleine. Die Empfangsdame nahm das iPad und sagte: „Meinst du Japan?“ Ich verstehe, dass es nicht gerade Rassismus ist, aber für mich ist dies ein Beispiel ignoranzbasierter Mikroaggression. Du würdest eine weiße  Person doch auch nach ihrer Nationalität fragen. Aber Asiaten werden leider immer noch oft über einen Kamm geschert.

Fotoprojekt - Alltagsrassismus gegenüber Asiaten
„Du bist zu Chinesisch, um Venezolanerin zu sein / Du bist zu Venezolanisch, um Chinesin zu sein.“ „Halt den Mund, ich bin was ich will!“
Fotoprojekt Confrontasian
„Wir sprechen beide mehr als zwei Sprachen, also warum fühlst du dich uns überlegen?
Confrontasian Fotoprojekt
„Wenn du mich begrüßen möchtest, dann versuch es doch nächstes Mal mit „…..“

„Asiaten haben nicht gelernt, sich gegen Alltagsrassismus zu wehren“

Der Umgang mit Rassismus ist schwierig, weil Asiaten in der Regel zu Ruhe und Zurückhaltung erzogen werden. Anders ausgedrückt bedeutet es, dass asiatische Eltern dich lehren, deine Hand nicht zu heben, um Fragen zu beantworten. Es sei denn, du bist dir zu 100% sicher, dass deine Antwort richtig ist. Unsere Kultur trainiert uns außerdem nicht, uns kritisch zu äußern. Und viele Asiaten denken fälschlicherweise, dass  mikroaggressive Kommentare in Ordnung seien – nur weil sie wie Komplimente klingen. Aber so sollte es nicht sein.

Ich habe viele chinesische und koreanische Freunde, die häufig gefragt werden, ob sie ihren weißen Klassenkameraden bei den Hausaufgaben helfen könnten. Selbst wenn sie in Mathematik vielleicht auch nicht besonders gut sind. Obwohl „gut in Mathe sein“ wie ein Kompliment klingt, bedeutet es auf einer tieferen Ebene, dass das alles ist, worauf Personen reduziert werden. Sie betrachten dich als ein Paket: „Der reiche, fleißige Mathematik/Wissenschafts-Nerd, der es geschafft hat, alle Stipendien zu gewinnen, obwohl seine eingewanderten Eltern kaum Englisch sprechen.“ Solche vorurteilsbehafteten Annahmen führen zu Einschränkungen dessen, wozu wir fähig sind.

Stereotypen zu brechen und unser wahres Selbst zu zeigen, liegt nicht in unserer alleinigen Verantwortung. Es sollte ein gleiches Recht sein, das jeder hat. Asiaten in westlichen Gesellschaften müssen hart arbeiten, um zu beweisen, dass ihre Fähigkeiten jenseits falscher Stereotypen liegen. Mit Rassismus als Einzelner umzugehen ist keine Option. Das ist einer der Hauptgründe, warum ich ConfrontAsian ins Leben gerufen habe – um gesamt-asiatische Stimmen zu sammeln.

Glaubst du, dass Asiaten im öffentlichen Leben und in den Medien Europas unterrepräsentiert sind?

Ja. In den USA gibt es immer mehr TV-Shows, die häufig asiatische Charaktere zeigen, um inklusive zu wirken. Demgegenüber sind Asiaten in europäischen Medien oft eine Seltenheit oder werden als stereotypische, asiatische Figuren dargestellt. Diese Art der Darstellung macht für mich keinen Sinn. Das Publikum könnte einerseits denken, dass sie alles über Asien und Asiaten von diesem einen einzigen Charakter wissen. Andererseits gibt es viele, die denken es gibt nur „gelbe“ Asiaten. Ein Großteil der Bevölkerung in Asien ist dunkelhäutig und oft Leute geben Kommentare von sich, in denen sie sagen: „Du bist zu blass oder zu dunkel, um asiatisch zu sein“.

Was denkst du über die Annahme, dass Asiaten weniger resistent gegen Mikroaggressionen sind?

Wie ich bereits zuvor erwähnt habe, sind einige Asiaten tatsächlich weniger resistent gegen Mikroaggressionen. Viele halten mikroaggressive Bemerkungen für akzeptabel, weil sie wie Komplimente klingen. Selbst wenn sie als „vorbildliche Minderheiten“ angesehen werden, erkennen Asiaten oft nicht, dass rassistische Mikroaggressionen uns viele Eigenschaften unserer wahren Identität aberkennen. Der beste Weg, rassistischen Mikroaggressionen zu begegnen, ist Offenheit. Fluidität muss akzeptiert werden und die derzeitige Rassenfixierung muss ersetzt werden. Herkunft sollte nicht der einzige Faktor bei der Definition einer Person sein.

In Großbritannien ist z.B. „Hongkonger“ zu einer meiner wichtigsten Identitäten geworden. Aber wenn eine Person in Hongkong fragt, wie ich mich definieren würde, würde ich sagen: „Sängerin, Studentin, Kalligraphin, Tochter, Schwester, Fotografin….“. Ich bin es leid, nur nach meinem Aussehen und meiner Hautfarbe beurteilt zu werden, wenn ich in der Lage bin, mehr zu erreichen, als nur eine weitere chinesische Person zu sein. Ich will übrigens Sängerin werden. Keine chinesische Sängerin. Ich bin eine Studentin mit guten Noten. Nicht die chinesische Studentin mit guten Noten.

Hast du auch Erfahrung mit Rassismus unter asiatischen Menschen unterschiedlicher Herkunft gemacht?

Ja, selten bei mir, aber in meinem Umfeld. Wahrscheinlich, weil ich der großen Mehrheit der Chinesen angehöre. Meine vietnamesischen und koreanischen Freunde werden von chinesischen Restaurantmitarbeitern immer wieder fälschlicherweise als Chinesen identifiziert. Andere Asiaten gehen immer davon aus, dass Hongkong gleich China ist. Ich meine, politisch ist das ein Argument, aber Menschen aus Hongkong und Macau unterscheiden sich kulturell gesehen sehr von den Festland-Chinesen. Manchmal, wenn ich indisches Essen beim Lieferservice bestelle, sind die Lieferanten oft erstaunt, dass eine Chinesin indisches Essen isst. Ja auch Chinesen essen nicht nur chinesisches Essen!

In Hongkong arbeite ich in einer Bildungseinrichtung, die in einer teuren Gegend angesiedelt ist. Hongkong ist zwar einerseits eine überwiegend „gelbasiatische“ Gesellschaft mit einer internationalen Ausrichtung.  Jedoch gibt es andererseits viele südostasiatische Einwanderer, die oft schon seit vielen Generationen hier leben. Natürlich sprechen sie fließend Kantonesisch, aber sind häufig Opfer von rassistischer Diskriminierung.

Fotoprojekt Confrontasian
„Wenn ich weiß wäre, hättest du mich nicht gefragt, ob ich Hockey spiele.“

 

 

Confrontasian Fotoprojekt
„Auf dem College bat mich Klassenkamerad, ihm eine chinesische Gebrauchsanweisung zu übersetzen. Ich bin keine Chinesin, ich bin Filipina. Sie müssen endlich akzeptieren, dass wir alle verschieden sind.“
Confrontasian Fotoprojekt
Einige von uns haben Namen wie „Sum Ting Wong“ aber wenigstens lassen wir uns nicht „Chinesische Nudelsuppe“ tätowieren

 

Alltagsrassismus unter Asiaten 

Ich habe eine ganze Reihe indischer Mitarbeiter, die in dieser Einrichtung Schüler unterrichten. Die chinesischen Eltern scheinen indischen Lehrern gegenüber immer skeptisch zu sein, auch wenn ihre Kinder fließend Englisch sprechen. Sie behaupten dann, dass es an der Sprachbarriere liegt und dass sie gerne zu chinesischen Lehrern wechseln würden. Aber wir alle wissen, dass sie einfach keine dunkelhäutigen Menschen mögen.

Dunkelhäutige Süd- und Südostasiaten werden außerdem in China’s Medien oft als Räuber, Diebe oder Mörder dargestellt. Und umgekehrt gibt es auch Fälle von Eltern, die absichtlich einen indischen Lehrer anfordern, weil es das Klischee gibt, dass alle Inder besonders „gut in Mathe“ sind.

Wie kann man deiner Meinung nach Alltagsrassismus und Mikroaggressionen bekämpfen?

Es gibt nicht viel, was eine Person allein tun kann, also wünsche ich mir wirklich, dass die Medien mehr Verantwortung übernehmen. Es wird Jahre, sogar Jahrzehnte dauern, bis der Rassismus aus unserem System verschwunden ist. Aber es muss endlich losgehen.

An erster Stelle sollte vor allem die Unterhaltungsbranche – allen voran das Film- und Musikbusiness damit aufhören, rassistische Witze zu machen und sich auf Kosten von Asiaten, Schwarzen etc. lustig zu machen.  Sei es auch noch so ironisch oder sarkastisch gemeint. Viele Leute verstehen natürlich die Ironie und den Sarkasmus dahinter. Andere Zuschauer schalten leider ihr Gehirn nicht ein, verstehen Dinge falsch und denken dann, rassistische Bemerkungen und Witze wären akzeptabel. Und das ist ein Risiko, das keine Show tragen sollte.

Ein positives Beispiel ist z.B. die Netflix-Serie 13 Reasons why. Hier wurden zwei Charaktere mit asiatischen Schauspielern (Ross Butler und Michele Selene Ang) besetzt. Und das ohne auf stereotypische asiatische Eigenschaften zurückzugreifen. Ich persönlich betrachte dies als einen Fortschritt hinsichtlich asiatisch-amerikanischer Repräsentation.

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