Universe of water particles teamLab Tokyo
Universe of water particles ©teamLab

TeamLab in Tokyo – das digitale Kunstmuseum der Zukunft

teamLab’s Ausstellung Borderless in Odaiba, Tokyo nimmt seine Besucher mit in eine noch nie dagewesene virtuelle Welt, die als perfektes Zusammenspiel aus Kunst und Technologie einzigartig ist.

Das weltweit erste digitale Museum des Künstlerkollektivs teamLab, das 2001 von 5 japanischen Studenten gegründet wurde, bricht aktuell alle Besucherrekorde. Nur fünf Monate nach Eröffnung im Juni 2018 empfing das sogenannte Mori Building Digital Art Museum: teamLab Borderless bereits eine Millionen Besucher aus der ganzen Welt.

Borderless – Grenzenlose Kunst

Der Begriff Borderless (zu Dt. Grenzenlos) ist eines der elementaren Themen von teamLab und zugleich Name der außergewöhnlichen Ausstellung. 520 Computer und 470 Projektoren steuern auf 10.000 qm² in Echtzeit die digitalen Objekte, die mit den Bewegungen der Besucher in Interaktion stehen. Atemberaubende Effekte entstehen, um im nächsten Moment wieder  zu verfliegen. Bei teamLab werden vergangene Erfahrungen mit Kunst über Bord geworfen. Physische Grenzen werden aufgehoben und ermöglichen den Kunstinstallationen neue freiere, autonomere Formen von Ausdruck über Räume und Flächen. Dabei verfolgt das Künstlerkollektiv besonders den Ansatz, die gemeinsame Erfahrung von Kunst in den Mittelpunkt zu stellen.

Das digitale Kunstmuseum in Tokyo
Forest of lamps Borderless ©teamLab

Im Gegensatz zu klassischen Museen, wo jeder Besucher sich individuell mit einem Kunstwerk auseinandersetzt, basieren die Installationen von teamLab auf dem Miteinander und den Austausch mit anderen. Einige Werke sind sogar so programmiert, dass etwas jederzeit etwas Unerwartetes passieren kann, wenn eine neue Person zur Betrachtergruppe hinzukommt. Die Anwesenheit von anderen Besuchern soll eine positive Erfahrung sein, ein gemeinsames Erlebnis schaffen.

Das digitale Kunstmuseum in Tokyo
Universe of water particles on a rock ©teamLab

Alles in Bewegung

Das Konzept vom ‚ultra-subjektiven‘ Raum lässt, anders als die vorherrschende 2-dimensionale Kunstbetrachtung, Grenzen zwischen Betrachter und Kunst verschwimmen. Die dreidimensionale Erfahrung in der Natur ist hierbei Vorbild für teamLab. Das Kollektiv nutzt hier die digitale Technologie, um die Symbiose zwischen Natur und Mensch sichtbar zu machen. Genau wie die Natur, kann der Mensch nicht im Stillstand verweilen. Die Verbindung von Mensch, Natur, Technologie und Kunst ist nicht statisch. Alles ist in Bewegung bei einer teamLab Ausstellung – ähnlich wie eine Gesellschaft, die sich ständig verändert.

Laut einem Interview mit Bloomberg möchten Gründer Toshiyuki Inoko und sein Team mit ihrer Arbeit Besucher berühren, Veränderung anregen, aber gleichzeitig nichts erzwingen. Inoko strebt danach, die Werte der Menschen in Frage zu stellen und sie für neue, außergewöhnliche, kreative Ideen zu begeistern. teamLab hat auch eine Vision davon, digitale Kunst an öffentlichen Plätzen zu integrieren. In Zukunft sollen Megacitys wie Tokyo oder Shanghai mehr in digitale Technologien investieren, um das Miteinander der gestressten Großstädter zu erleichtern.

Das digitale Kunstmuseum in Tokyo
Gold Waves ©teamLab

Ein neues Kunstverständnis

Im Interview mit Bloomberg erwähnt Inoko auch das Problem der zunehmend alternden japanischen Gesellschaft. Eine alte Gesellschaft wird häufig mit konservativen Denkweisen, Stagnation und wenig Platz für neue, innovative Ideen gleichgesetzt. Um die komplexe Welt zu begreifen und um Werte und das Denken der Menschen zu beeinflussen, sind modernste Wissenschaft und Kunst für teamLab die ideale Kombination. Dabei vermittelt das Kollektiv nicht nur optische Spielereien, sondern zeigt in der Installation ‚100 years sea‘ den ansteigenden Meeresspiegel als Folge der globalen Klimaerwärmung im Zeitraffer.

Das digitale Kunstmuseum in Tokyo
100 years sea © teamLab

Universelles Künstlerkollektiv

Mehr als 400 Kreative arbeiten mittlerweile bei teamLab. Eine buntgemischte Gruppe aus digitalen Künstlern, Grafikern, Programmierern, Architekten, Ingenieuren, Mathematikern und Webdesignern hat sich zum Ziel gesetzt, digitale Technologie, Wissenschaft, Kunst und Natur zu vereinen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist dabei eine wichtige Unternehmensphilosophie von teamLab. Der Gedanke des Kollektivs steht hier immer im Vordergrund, da kein Projekt in Einzelarbeit entstehen kann. Gründer Inoko zieht im Interview mit der Japan Times 2017 den Vergleich zu großen Künstlern wie Takashi Murakami oder Jeff Koons, die als individuelle Künstler gesehen werden, obwohl riesige Teams im Hintergrund einen Großteil der Arbeit erstellen.
Eine Vielzahl der Mitarbeiter bei teamLab sind von der japanischen Kultur beeinflusst. Trotz häufiger Verweise auf traditionelle japanische Künste wie z.B. Ukiyo-e, möchte teamLab als universelles Künstlerkollektiv gesehen werden.

teamLab - Das digitale Kunstmuseum in Tokyo
The infinite crystal universe ©teamLab

Temporäre Ausstellungen gab es seit 20013 in verschiedenen Museen in Japan und weltweit in Paris, Shanghai, Melbourne und Dubai zu sehen. Außerdem kann man aktuell unter anderem teamLab Installationen in Osaka, Kyushu, Singapur, Shenzen, Peking und Seattle besuchen. Mit Eröffnung seiner ganz eigenen Stätte im Juni 2018 kann man teamLab nun permanent in Tokyo, Odaiba besuchen. Das Museum, das uns die Kunst der Zukunft näher bringt, wird auch weiterhin ein wahrer Besuchermagnet bleiben – alleine schon weil Tokyo bis zu den Olympischen Spielen 2020 einen regelrechten Besucherboom erwartet.

Infos zum Besuch bei teamLab – Borderless

Adresse:
MORI Building DIGITAL ART MUSEUM: teamLab Borderless
Odaiba Palette Town 2F, 1-3-8 Aomi, Koto-ku, Tokyo, Japan

Öffnungszeiten:
Montag-Freitag 10-19Uhr (jeden 2. und 4. Dienstag im Monat geschlossen, zwischen Juli – September auch bis 21Uhr)
Samstag-Sonntag, Feiertage 10-21Uhr

Ticketpreise:
Erwachsene: ¥ 3,200 (etwa 25€)
Kinder (4-14 Jahre): ¥ 1,000
Personen mit Behinderung: ¥ 1,600

In den Sommermonaten Juli – September gibt es den Night Pass, mit dem man bei Einlass ab 18Uhr vergünstige Preise bezahlt.
Aufgrund der hohen Besucherzahlen empfiehlt es sich, die Tickets im Voraus im Ticketshop von teamLab zu kaufen.
Desweiteren muss man genügend Zeit für einen Besuch bei teamLab einplanen. Da immer nur eine begrenzte Zahl an Besuchern gleichzeitig Einlass gewährt wird, muss man mit längeren Wartezeiten rechnen.

Tickets und weitere Infos bekommt ihr auf der teamLab Homepage

 

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teamLab - Das digitale Kunstmuseum in Tokyo
Universe of water particles ©teamLab
teamLab - Das digitale Kunstmuseum in Tokyo
Sketch Aquarium ©teamLab
teamLab - Das digitale Kunstmuseum in Tokyo
Universe of water particles in a tank ©teamLab

Bilderrechte: MORI Building DIGITAL ART MUSEUM: teamLab Borderless, 2018, Tokyo, Japan © teamLab

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