Asiatische Künstler - Ren Hang aus China
© Ren Hang

Contemporary Art aus Fernost – 20 asiatische Künstler, die man kennen sollte

eWer prägt die zeitgenössische Kunstwelt in Asien, inwiefern reflektieren asiatische Künstler die rasanten Veränderungen der letzten Jahrzehnte und welche Bandbreite an künstlerischen Ausdrucksformen hat sich auf dem weltweit größten Kontinent etabliert?

Über asiatische Künstler und zeitgenössische asiatische Kunst ist bei uns in Europa noch nicht genug bekannt. Und das, obwohl Asien seit Jahren einen regelrechten Kunstboom erlebt. Chinesische Künstler erzielen weltweit Auktionsrekorde, Hongkong und Singapur werden als neue Zentren der internationalen Kunstwelt gefeiert und Menschen wie zum Beispiel Takashi Murakami gelten als erfolgreichste Gegenwartskünstler unserer Zeit.

20 Asiatische Künstler, die der Kunstwelt in Asien ein Gesicht geben

In kaum einer Region wachsen der Kunstmarkt und die Kreativszene so schnell wie in Asien. Dabei prägt den Kontinent eine jahrtausendealte hochentwickelte künstlerische Tradition, die von Jakarta und Singapur über Thailand nach Peking, Seoul und Tokyo reicht. Um zu zeigen, welche Menschen die Gegenwartskunst Asiens prägen, haben wir 20 asiatische Künstler für euch rausgesucht. Nicht nur sind ihre Werke einzigartig in ihrer Ausdrucksweise, sie zeigen auch eine enorme Bandbreite an Einflüssen und Techniken. In unserer Liste finden sich neben jungen, weitgehend unbekannten Talenten auch einflussreiche Namen wie der des chinesischen Künstlers Ai Weiwei oder die Polka-Dot-Künstlerin Yayoi Kusama.

Yayoi Kusama (草間彌生), geb. 1929 in Nagano, Japan

Asiatische Künstler - Yayoi Kusama
Yayoi Kusama © Yayoi Kusama

Mit ihren 90 Jahren gehört Yayoi Kusama zu den einflussreichsten und beliebtesten Künstlern der Nachkriegszeit. Berühmt wurde die 1929 geborene Japanerin mit ihren sogenannten Polka Dots, Punkte, mit denen die Künstlerin alle greifbaren Oberflächen überzieht und Räume auskleidet. Die Punkte sind nicht nur Kusama’s Leidenschaft, sondern ein immer wiederkehrendes Thema schwerer Halluzinationen, unter denen sie seit Kindheitstagen leidet. Um aus ihren Halluzinationen Inspiration zu schöpfen, schuf Kusama später die sogenannten Infinity Mirrors. Dabei handelt es sich um Spiegelsäle, die alles, was sich in ihnen befindet, ins Unendliche multiplizieren und die zu den meist fotografierten Kunstwerken der Welt gehören. Auch Gemälde, Performances, skulpturale Installationen, Filme, Mode, Design und ihre charakteristischen, bunten Kürbisse gehören u.a. zum künstlerischen Repertoire von Yayoi Kusama. Im Oktober 2017 eröffnete die Künstlerin ihr eigenes Museum in Tokyo – nur wenige Schritte von der Nervenheilanstalt entfernt, in der sie seit 4 Jahrzehnten lebt. 

Webseite: www.yayoi-kusama.jp

Zhang Huan (張洹), geb. 1965 in Henan, China

Asiatische Künstler - Zhang Huan
© Zhang Huan

Der 1965 in der Provinz Henan geborene Zhang Huan gehört zu den bekanntesten Performance-Künstlern Chinas. Im Zentrum seiner Arbeit steht der menschliche Körper, der in den frühen 90er Jahren zum Hauptexperimentierfeld chinesischer Künstler wurde und der nicht selten zur Metapher politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen diente. Zhang Huan war auch Teil des einflussreichen Beijing East Village, einem Künstlerkollektiv, das sich zu Arbeits- und Wohngemeinschaften zusammenschloss. Sein ikonisches Werk Family Tree (2000) verhalf dem Künstler zu weltweiter Anerkennung. Für dieses Selbstporträt ließ sich Zhang Huan das eigene Gesicht solange mit Schriftzeichen beschriften, bis seine Haut komplett mit schwarzer Tinte bedeckt war und einer starren Skulptur ähnelte. Mit dieser optischen Selbstauslöschung soll der Künstler die Zwänge chinesischer Traditionen und den radikalen Anpassungszwang des politischen Systems in seiner Heimat reflektieren.

Webseite: www.zhanghuan.com

Lee Bul (이불), geb. 1964 in Yeongju, Südkorea

Asiatische Künstler - Lee Bul
© Lee Bul

Die Südkoreanerin Lee Bul gehört zu den einflussreichsten und bekanntesten Künstlern ihrer Generation. Mit ihren visionären und zugleich provokanten Installationen und Performances zog sie in den früher 90ern weltweit Aufmerksamkeit auf sich. Lee’s Kunstwerke hinterfragen nicht nur das Verständnis weiblicher Schönheit, sowie die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Sie erforschen auch das Streben nach Perfektion durch die Verschmelzung von Mensch und Maschine. Futuristische Theorien, Science Fiction und visionäre Architektur beeinflussen Lee Bul ebenso wie die Geschichte und Politik ihres Landes und die Herausforderungen der Globalisierung. Besondere Aufmerksamkeit erlangte die Südkoreanerin, als sie 1990 für ihr Projekt Sorry for suffering – You think I’m a puppy on a picnic? mit einem fleischfarbenen Tentakel-Body durch die Straßen Tokyos zog. Ihre provokante Performance wird als feministische Kritik am Status des weiblichen Körpers in patriarchalen ostasiatischen Gesellschaften gesehen.

Webseite: www.leebul.com

Lim Qi Xuan aka QimmyShimmy, geb. 1991 in Singapur

Asiatische Künstler - QimmyShimmy aus Singapur
@ QimmyShimmy

Mit Gehirn, Körperteilen und Organen gefüllte Konservendosen, Lollipops aus Babyköpfen und Macarons mit menschlichem Antlitz… Die Skulpturen der in Singapur geborenen Künstlerin QimmyShimmy sind verstörend und zugleich anziehend. Was für die einen grotesk erscheint, ist für andere schlicht “creepy cute” (zu Dt. gruselig niedlich). Die Figuren von QimmyShimmy, die mit bürgerlichem Namen Lim Qi Xuan heißt und hauptberuflich als Designerin arbeitet, sehen täuschend echt aus und spielen auf ganz unterschiedliche Weise mit unserer Wahrnehmung. Sie ziehen an, stoßen ab und verwirren. Es ist ein schmaler Grat zwischen Schönheit und Horror. Äußerst realistisch und detailreich, verschmelzen Hyperrealismus und Surrealismus zu einer Kunst, mit der QimmyShimmy an unsere morbide menschliche Neugier appelliert, die – obwohl verstörend – immer mehr sehen möchte.

Webseite: www.qimmyshimmy.com
Instagram: @qimmyshimmy

Mulyana, geb. 1984 in Bandung, Indonesien

Asiatische Künstler - Mulyana aus Indonesien
@ Mulyana

Imaginäre Kreaturen und farbenfrohe Unterwasserwelten aus Strick sind das Markenzeichen des Künstlers Mulyana aus Indonesien. Sein beliebtestes Werk ist das Oktupusmonster “Mogus”, das gleichzeitig als Alter Ego des Künstlers lebt. Für Mulyana ist der Oktopus mit seinen vielen “Händen” ein Symbol von Hoffnung. Solange Mulyana lebt, will er den Menschen in seiner Umgebung eine hilfreiche Hand sein. Mogus ist auch der Mittelpunkt der riesigen Strick-und Häkel-Installationen, für die Mulyana weltweit bekannt ist. Seine majestätischen Unterwasserwelten – allesamt in detailreicher Handarbeit gestrickt – offenbaren die Schönheit und die Zerbrechlichkeit unserer Ozeane.

Webseite: www.themogus.com
Instagram: @themogus

Chun Kwang Young, geb. 1944 in Hongcheon, Südkorea

Asiatische Künstler - Chun Kwang Young
© Chun Kwang Young

Der Südkoreaner Chun Kwang Young gilt als zeitgenössischer Meister der Papierkunst. Für seine Installationen und dreidimensionalen Wandarbeiten umwickelt er Tausende handgeschnittene Styropor-Dreiecke mit beschriftetem Maulbeerpapier (koreanisch: Hanji). Mit Tee oder Pigment eingefärbt, heftet der Künstler die handtellergroßen Styroporbrocken auf Leinwände, wo sie zerklüftete, kraterähnliche Formen erzeugen. Auch Reliefe und Skulpturen gehören zum künstlerischen Repertoire von Chun Kwang Young.

Webseite: www.chungkwangyoung.com
Instagram: @kwangyoungchun

Mu Boyan, geb. 1976 in Jinan, China

Asiatische Künstler - Mu Boyan aus China
© Mu Boyan

Der chinesische Bildhauer und zeitgenössische Künstler Mu Boyan ist für seine humorvollen und satirischen Fatties bekannt. Diese hyperrealistischen Skulpturen – dicke, nackte Männer in teils absurden und skurrilen Positionen – erforschen den Perspektivenwechsel der chinesischen Gesellschaft, in der Übergewicht einst Symbol von Reichtum und Glück war. Ob winzig klein oder in Übergröße, kletternd, liegend oder stehend: Mu Boyan’s fettleibige Männer sind verletzlich und exhibitionistisch zugleich, voller Absurdität und Menschlichkeit. Sie verkörpern auf sehr amüsante Weise eine kritische Haltung gegenüber der Gesellschaft, wobei sie zwischen Surrealität und Abstraktion, zwischen liebevollem Humor und beißender Ironie changieren. 

Lee Wen, geb. 1957 in Singapur, † 2019

Asiatische Künstler - Lee Wen aus Singapur
© Lee Wen

1957 in Singapur geboren, gilt Lee Wen als Pionier der Performance-Kunst in Asien. Seine Kunstwerke beschäftigten sich größtenteils mit Vorstellungen von Identität, Ethnizität und dem Verhältnis des Individuums zu Gesellschaft und Umwelt. Das bedeutendste Projekt von Lee Wen war seine ikonische Yellow Man Performance, für die sich der Künstler komplett mit gelber Farbe übergoss und auf diese Weise Kritik an der an der Abgrenzung von Ethnien ausgerichteten Politik Singapurs ausübte. Was als politische Performance-Kunst begann, entwickelte sich über mehrere Jahrzehnte zu einer Meditation über Freiheit, Demut und religiöse Praktiken. Für seine Kunst wurde Lee Wen 2005 mit dem Cultural Medaillon, dem höchsten Kulturpreis Singapurs ausgezeichnet. Im März 2019 starb der Künstler im Alter von 61 Jahren an einer Lungenentzündung.

Webseite: www.leewen.republicofdaydreams.com

Yue Minjun (岳敏君), geb. 1962 in Daqing, China

Asiatische Künstler - Yue Minjun aus China
© Yue Minjun

Geboren im Jahr 1962, ist Yue Minjun der führende Vertreter der zeitgenössischen Avantgarde Chinas und sich selbst sein liebstes Motiv. Seine Gemälde und Skulpturen zeigen häufig des Künstlers eigenes, breites Grinsen und werden weltweit für Millionen versteigert. Ob einzeln oder in Kolonnen geklont, die krampfhaft “lachenden Männer” in rosa sind das Markenzeichen von Yue Minjun und eine Anspielung auf das Spannungsverhältnis zwischen Kollektiv und Individuum in seiner Heimat. Das stets gleiche Gesicht – ob verzerrt, entstellt, krampfhaft oder wahnsinnig – parodiert das Uniforme in der chinesischen Gesellschaft und zugleich die Unfähigkeit, eigenständig zu denken. Minjun’s Kunst kann dem Zynischen Realismus zugeordnet werden. Indem er Objekte und politische Themen auf grotesk-ironische und zynische Art und Weise darstellt, stellt er häufig soziale und kulturelle Konventionen in Frage.

Webseite: www.yueminjun.com.cn
Instagram: @yueminjun

Choi Xooang (최수앙), geb. in Seoul, Südkorea

Asiatische Künstler - Choi Xooang aus Südkorea
© Choi Xooang

Der südkoreanische Bildhauer, Skulpturist und Installationskünstler Choi Xooang setzt sich mit dem Realismus menschlicher Emotionen in unserer rauen, modernen Lebenswirklichkeit auseinander. Seine Kunstwerke erforschen, wie sich soziale Wahrnehmungen, Bindungen und Wertesysteme auf die Gefühle des Einzelnen auswirken. Xooang’s figurative und extrem detaillierte, menschliche Skulpturen sind teils verstörend und beunruhigend. Auf ihren eindringlichen Gesichtern kann man Gefühle wie Angst, Bitterkeit, Wut und Frustration ablesen. Obwohl man die Arbeiten von Choi Xooang technisch als hyperrealistisch bezeichnet, sind seine skulpturalen Arbeiten zugleich surreal, da die menschlichen Körper mitunter verzerrt dargestellt werden. Auch Körperteile werden teils isoliert und aus dem Kontext entfremdet, was den Betrachter nicht nur beunruhigt, sondern auch zum Nachdenken anregt.

Webseite: www.xooang.com
Instagram: @xooang

Huang Yulong, geb. 1983 in Anhui, China

Asiatische Künstler - Huang Yulong aus China
© Huang Yulong

Huang Yulong gehört zu den wichtigsten Vertretern einer Generation junger Künstler, die die zeitgenössische und moderne chinesische Kunstszene prägen. In seinen Werken verbindet der Huang Yulong östliche Traditionen und Ästhetik mit modernen Einflüssen, um eine neue chinesische Identität auszudrücken. Yulong’s Skulpturen von gesichtslosen Buddhas in Kapuzenpullovern und Trainingsanzügen sind nicht nur eine Hommage an die Hip Hop Kultur. Sie thematisieren auch den Einfluss des Movements auf die chinesische Jugend von heute.

Webseite: www.huangyulong.com

JeeYoung Lee (이지영), geb. 1983 in Südkorea

Zeitgenössische Kunst aus Asien- Jee Young Lee aus Südkorea
@ Jee Young Lee

Für die südkoreanische Künstlerin JeeYoung Lee sind die eigenen Träume der Schlüssel zur Kreativität. Was sie nachts träumt, bekommt in ihrem winzigen Studio eine Form, eine Substanz und eine Bedeutung. Hier erschafft sie einzigartige und farbenfrohe Traumwelten, in denen sie sich anschließend selbst fotografiert. Jedes einzelne Detail ihrer surrealen Traumwelten entwirft die Künstlerin in mühsamer Handarbeit – teils monatelang. Nicht nur die eigenen Träume, auch traditionelle koreanische Erzählungen und Märchen, sowie Kindheitserinnerungen und Momente des alltäglichen Lebens dienen JeeYoung Lee als Quelle ihrer Inspiration und Fantasie.

Webseite: www.jeeyounglee.com
Instagram: @jee_young_lee

Ren Hang (任航), geb. 1987 in Changchun, China, † 2017

Zeitgenössische Kunst aus Asien - Ren Hang aus China
© Ren Hang

Der Fotograf und Poet Ren Hang gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Fotokünstlern Chinas. Seine teils provokativen und expliziten Fotos erzählen von den Sehnsüchten, Ängsten und Rebellionen der jungen Generation in China. Weil die überwiegend analogen Aufnahmen des Künstlers gegen moralische und soziale Tabus verstießen, wurde Ren Hang in seinem Heimatland mehrmals verhaftet. Zu seinem vielseitigen Repertoire gehören eindrucksvolle Fotografien nackter Modelle – meist Freunde des Künstlers – in humorvollen, teils bizarren Posen. Nach einem jahrelangen Kampf gegen Depressionen nahm Ren Hang sich im Februar 2017 das Leben. Sein Seelenleiden hat der Künstler in seinem literarischen Projekt My Depression verarbeitet.

Instagram: @renhangrenhang

Dinh Q. Lê, geb. 1968 in Hà Tiên, Vietnam

Zeitgenössische Kunst aus Asien - Dinh Q. Le aus Vietnam
@ Dinh Q. Le

Dinh Q. Lê, geboren in Vietnam und aufgewachsen in den Vereinigten Staaten, ist ein vietnamesischer Fotograf und Installationskünstler. Bekannt geworden ist er vor allem für seine gewobenen Fotografien und multimedialen Installationen, die sich mit den Folgen und Erinnerungen an den Vietnamkrieg auseinandersetzen. Für sein jüngstes Projekt hat der Künstler über Jahre hinweg persönliche Skizzen und Zeichnungen alter Vietcong-Kriegsmaler gesammelt und so ein Mahnmal gegen den Krieg geschaffen.

Instagram: @dinhq.le

Kazuo Shiraga (白髪 一雄), geb. 1924 in Amagasaki, Japan, † 2008

Zeitgenössische Kunst aus Asien - Kazuo Shiraga
@ Kazuo Shiraga

Als Mitglied der Gutai Art Association – der führenden avantgardistischen Gruppe japanischer Nachkriegskünstler, entwickelte der japanische Maler Kazuo Shiraga Mitte der 50er Jahre eine neue Annäherung an die Malerei. Er arbeitete unter Einsatz seines gesamten Körpers und trug Farben mit bloßen Händen und Füßen auf. Dickflüssige Farbspuren, sowie spontane und intuitive Bewegungen auf Papier oder Leinwand machten Kazuo Shiraga zu einem der einflussreichsten Vertreter des Action-Painting.

Takashi Murakami (村上隆), geb. 1962 in Tokyo, Japan

Zeitgenössische Kunst aus Asien - Takashi Murakami aus Japan
© Takashi Murakami

Takashi Murakami gehört zweifellos zu den weltweit einflussreichsten Künstlern der Moderne. 1962 in Tokyo geboren, studierte er zunächst klassische japanische Malerei, um diese später mit Elementen der zeitgenössischen Pop- und Mangakultur Japans zu verbinden. “Superflat” nennt Murakami seine eigene Kunst, die vor allem zu einer unverwechselbaren Marke geworden ist und dem Japaner zu seinem Popstar-Status verhalf. Wie kaum ein anderer Künstler hat es Murakami verstanden, eine Brücke zwischen Kunst und Kommerz zu schlagen und seine Produkte weltweit zu vermarkten. 2011 gründete er das hypermoderne Kaikai Kiki Unternehmen, das neben dem Vertrieb von Merchandising-Artikeln auch aufstrebende japanische Künstler promotet und Kooperationen zwischen Kunst, Design, Mode und Musik vermittelt.

Webseite: www.takashimurakami.com
Instagram: @takashipom

Zao Wou-Ki (赵无极), geb. 1921 in Peking, China

Zeitgenössische Kunst aus Asien - Zao Wou Ki aus China
© Zao Wou Ki

Der chinesisch-französische Künstler Zao Wou-Ki war einer der Ersten, der fernöstliche und westliche Stilelemente miteinander kombinierte und abstrakt-poetische Farbwelten erschuf. Der 1929 in Peking geborene Vertreter der sogenannten Lyrischen Abstraktion war 1948 nach Paris ausgewandert, wo er die Lithografie erlernte und seine ersten poetisch-abstrakten Werke entwarf. Großformatige Gemälde, der intensive Gebrauch von Farbe, sein Sinn für Poesie und die Einflüsse chinesischer Kalligrafie und Malerei waren schnell international gefragt und Gegenstand zahlreicher Ausstellungen. 1994 erhielt Zao Wou-Ki den japanischen Premium Imperiale, den höchstdotierten Kunstpreis der Welt. Im Jahr 2013 verstarb der Künstler im Alter von 92 Jahren.

Webseite: www.zaowouki.org

Korakrit Arunanondchai, geb. 1986 in Bangkok, Thailand

Zeitgenössische Kunst aus Asien - Korakrit Arunanondchai aus Thailand
© Korakrit Arunanondchai

Die Kunst von Korakrit Arunanondchai aus Bangkok lässt sich nicht an Objekten oder einem bestimmten Genre festmachen. Der Thailänder mit den charakteristischen Zöpfen arbeitet in unterschiedlichen Medien wie Video, Skulptur, Malerei, Musik, Bodypainting und Performance. Als Filmemacher ist Arunanondchai dafür bekannt, zahlreiche Sinneswahrnehmungen kunstvoll zu verknüpfen. Auf der Biennale hat der junge Künstler einen Dreikanalfilm vorgestellt, der von den in einer Höhle eingeschlossenen Jungfußballern erzählt. Nicht das Schicksal der Jungen, deren spektakuläre Rettung 2018 zur internationalen Heldengeschichte wurde, bleibt dabei das Hauptthema des Werks. Auch eine wirkungsmächtige Geisterbeschwörung, die Kommunikation mit dem Jenseits und der Kreislauf des Lebens finden ihre Wege in Arunanondchai’s ungewöhnliches Werk.

Vimeo: Korakrit Arunanondchai Videos

Ai Weiwei (艾未未), geb. 1957 in Peking, China

Zeitgenössische Kunst aus Asien - Ai Weiwei aus China
© Ai Weiwei

Der chinesische Konzeptkünstler, Blogger, Aktivist und Menschenrechtler Ai Weiwei gehört zu den bekanntesten Regimekritikern Chinas. Getreu seinem Leitmotiv “Alles ist Kunst, alles ist Politik” sind Ai Weiwei’s künstlerische Arbeiten immer im Zusammenhang mit dem aktiven politischen Engagement des Künstlers zu sehen. Viele seiner Werke prangern gesellschaftliche Missstände, Menschenrechte, Korruption und Meinungsfreiheit an. Ai Weiwei, der wegen seines Engagements in China inhaftiert und unter Hausarrest gestellt wurde, lebt heute in Berlin, wo er zu den gefragtesten Künstlern der Gegenwart gehört. Umstritten ist sein ausgeprägter Sinn für Selbstinszenierungen. Dass er das Bild des ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen Aylan am Strand von Lesbos nachstellte, war vielen Kritikern zu viel. Laut ausgewählten Medien mache sich der Künstler mit seinen Inszenierungen suspekt und vergreife sich zudem in seinen künstlerischen Ausdrucksformen.

Webseite: www.aiweiwei.com
Instagram: @aiww

Manish Harijan, geb. 1985 in Nepal

Zeitgenössische Kunst aus Asien - Manish Harijan aus Nepal
© Manish Harijan

Der umstrittene Maler Manish Harijan gehört zu den prominentesten Vertretern einer aufstrebenden jungen Kunstszene in Nepal. Anhand seiner künstlerischen Arbeiten lässt sich nachvollziehen, was Glokalisierung für die kulturelle Identität bedeutet und wie sich das Lokale, das Nationale und das Globale durchdringen. Weil in Harijan’s Bildern hinduistische Gottheiten mit westlichen Superhelden verschmelzen, erhielt der Künstler nicht nicht nur Todesdrohungen, er selbst wurde von Aktivisten der World Hindu Federation wegen Blasphemie angeklagt. Weitere Arbeiten von Harijan sind maßgeblich von seiner Kindheit in Armut, sowie von sozialer Dominanz und Diskriminierung inspiriert. Sein künstlerisches Werk versteht Manish Harijan als Stimme der Sprachlosen, die er zeitgemäß darzustellen versucht.

Twitter: @ManishHarijan
Instagram: @harijan.manish

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