Asia-Rising-Hip Hop-Asien

„Asia Rising“ Dokumentation über Hip Hop in Asien

Im New Yorker Untergrund der 1970er Jahre geboren, hat Hip Hop längst seinen weltweiten Siegeszug angetreten. Von Osaka über Jakarta und Ho Chi Minh bis nach Chengdu – auch in Asien trifft man auf eine lebendige und aufstrebende Hip Hop-Kultur. Der Dokumentarfilm “Asia Rising” – The next generation of Hip Hop” beleuchtet dieses Phänomen und porträtiert einzelne asiatische Hip Hop-Künstler.

Für den einstündigen Dokumentarfilm hat sich Red Bull mit 88rising zusammengetan. Das multimediale Kollektiv aus überwiegend asiatischen Künstlern hat sich in kürzester Zeit zu einer Autorität im Crossover von asiatischer und amerikanischer Popkultur entwickelt. Unter der Regie von Jonathan Lim stellt 88rising 6 verschiedene Hip Hop-Artists aus unterschiedlichen asiatischen Ländern vor.

Hip Hop aus Asien – „Asia Rising“ porträtiert aufstrebende Artists

Mit dabei sind die Higher Brothers (China), Rich Brian (Indonesien), Awich (Japan), Suboi (Vietnam), Keith Ape (Südkorea) und Jin Dogg (Japan). Sie alle gewähren Einblicke in lokale Hip Hop-Szenen und sprechen über ihre ersten Berührungspunkte mit der US-amerikanischen Hip Hop-Kultur und über die Zukunft von Hip Hop und Rap in Asien.

Der Dokumentarfilm gewährt seltene Einblicke in Szenen, von denen außerhalb Asiens bis vor Kurzem nur wenige Kenntnis hatten. Er thematisiert lokale Spielarten, Vorbilder, Stereotypen, Meinungsäußerung und Authentizität. Dabei wird klar, dass asiatische Hip Hop-Künstler nicht nur ihre US-amerikanischen Vorbilder kopieren, sondern lokale Themen und Erfahrungen aus ihrer eigenen sozialen Lebenswelt aufgreifen.

Auch zeigt “Asia Rising – The next Gen of Hip Hop” den Aufstieg und die bescheidenen Anfänge der Akteure, die – wie zum Beispiel Rich Brian – über Nacht berühmt wurden und heute zum Aushängeschild asiatischer Repräsentation geworden sind.

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Wir stellen euch die einzelnen Akteure aus “Asia Rising – The next Gen of Hip Hop” im Folgenden näher vor:

Awich (jap. エーウィッチ)

Awich ist in Okinawa geboren und heißt mit bürgerlichem Namen Akiko Urasaki. Die Rapperin und Sängerin gehört zu den angesehensten Hip Hop-Künstlerinnen Japans. Awich war gerade 14 Jahre alt, als sie das erste Mal mit Rap in Berührung kam und rein zufällig über Tupac’s All Eyez on Me stolperte. Diese “Begegnung” und ihr Interesse an der US-amerikanischen Kultur legten den Grundstein für ihre musikalische Karriere.  Daraufhin veröffentlichte sie 2006 ihre Debüt EP Inner Research und zog für ihr Studium nach Atlanta, wo sie einen US-Amerikaner heiratete und ihre Tochter Toyomi Jah’mira zur Welt brachte.

Nachdem ihr Mann einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, kehrte die Künstlerin nach Japan zurück und verarbeitete den Verlust, sowie ihren inneren Heilungsprozess in ihrer Musik. Awich rappt und singt auf Japanisch, im sogenannten Okinawa-Dialekt und auf Englisch. Auf ihrem neuen Album 孔雀  (KUJAKU), das am 11. Januar 2020 unter dem Label Yentown releast wurde, haben u.a. Chinza Dopeness, DOGMA, kZm, JP THE WAVY, Ozworld, IO und NENE mitgewirkt.

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Suboi

Suboi ist Vietnam’s unumstrittene “Queen of Hip Hop”. Die freimütige Künstlerin, die mit bürgerlichem Namen Hàng Lâm Trang Anh heißt, wuchs in Ho-Chi-Minh-Stadt auf. Mit Hip Hop kam sie erstmalig durch Mos Def, Rakim und Eminem in Kontakt. Im kommunistischen Vietnam ist Suboi die erste weibliche Hip Hop-Künstlerin, die kommerzielle Erfolge feiern konnte. Das ist mit Risiken verbunden, denn das Land ist durch den alleinigen Machtanspruch der Kommunistischen Partei geprägt. Kritik am System wird kleingehalten, die Presse zensiert. Trotzdem prangert Suboi zwischen den Zeilen soziale Ungerechtigkeiten, Korruption, und das politische System an. In ihrem Heimatland hat sie damit viele junge Menschen dazu inspiriert, aus gesellschaftlichen Zwängen auszubrechen und Musik als Sprachrohr zu nutzen. International erregte die vietnamesische Rapperin erstmals Aufmerksamkeit, als sie 2016 auf den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama traf und diesen mit einem spontanen Freestyle beeindruckte.

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Rich Brian

Kein anderer asiatischer Rapper hat in der westlichen Welt – allen voran in den USA – so viel Resonanz gefunden wie Rich Brian. Mit seinem Trap-Song Dat Stick konnte der damals 18-Jährige 2017 einen äußerst impressiven Durchbruch feiern. Im Video dazu parodiert der schmächtige Junge mit rosa Poloshirt und hochgezogener Hose die US-Gangsta-Rap-Kultur und asiatische Nerd-Typen. Das ging  schließlich so viral, dass tausende Reaction-Videos und schließlich ein Remix mit u.a. Ghostface Killah folgten. Für den Teenager, der auf Youtube und in Chatforen Englisch lernte und vor seiner Karriere hauptsächlich Memes auf Twitter verbreitete, war dies die erste Gelegenheit für eine erstzunehmende Karriere – und die nahm er dankend an. 2018 erschien sein Debütalbum Amen und machte ihn zum ersten asiatischen Künstler, der die iTunes Hip Hop Charts anführte. Im Sommer 2019 veröffentlichte der Rapper aus Indonesien sein neustes Album The Sailor.

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Jin Dogg

Für den japanischen Rapper Jin Dogg aus Osaka ist Hip Hop das beste Medium, um seinen Frust über gesellschaftliche Missstände und soziale Ungerechtigkeiten auszudrücken. Als Halb-Japaner, Halb-Koreaner hatte der Künstler von klein auf gegen Diskriminierung und Rassismus zu kämpfen. Seine Wut und seine Frustration darüber verarbeitet er in seiner Musik. Für Jin Dogg ist japanischer Hip Hop keine bloße Imitation US-amerikanischer Vorbilder, wie er in der Dokumentation verrät: “Wir sind keine Kopie. Wir haben unseren eigenen Style gefunden und dabei alle positiven Aspekte und Inspirationen aus unterschiedlichen Kulturen vereint” – Jin Dogg

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Keith Ape

Keith Ape aus Südkorea hat geschafft, was andere Asiaten vor ihm für nicht möglich hielten. In seiner eigenen Muttersprache zu rappen und in den USA trotzdem erfolgreich sein. Mit seinem Trap Banger 잊지마 (It G Ma) hat der Künstler Südkoreas Underground Hip Hop-Szene quasi über Nacht auf die Bühne der internationalen Aufmerksamkeit katapultiert. It G Ma war quasi eine virale Rap-Sensation, die sich 2015 wie ein Lauffeuer verbreitete. Auf den Song, der bei Youtube über 70 Millionen Klicks zählt, folgte wenig später ein Remix mit Asap Ferg und Wacka Flocka Flame. Auch der verstorbene XXXTentacion, Ski Mask the Slump God und der japanische Rapper KOHH kollaborierten bereits mit dem Rapper. Vor seinem internationalen Durchbruch war Keith Ape als Teil des südkoreanischen Kollektivs The Cohort aktiv . Seine Debüt EP BORN AGAIN erschien am 12. Oktober 2018.

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Higher Brothers (更高兄弟)

“Chinese Rap Music? Sounds like they are just saying Ching Chang Chong” (zu dt. Chinesischer Rap? Klingt so, als würden die nur Ching Chang Chong sagen). Was die Higher Brothers ironischerweise im Intro zu ihrem Track Made in China fragen, ist Tatsache. Bis vor Kurzem wusste kaum jemand wie chinesischer Rap klingt. Können die Chinesen überhaupt etwas mit Hip Hop anfangen? Die Antwort ist eindeutig: Ja, das können sie. Hip Hop in China boomt regelrecht. Über hundert Millionen Menschen verfolgen beispielsweise die populäre TV Show Rap of China. Sie ist im Reich der Mitte zu einem nationalen Unterhaltungsphänomen geworden.

Spätestens seit den Higher Brothers ist chinesischer Hip Hop auch auf dem internationalen Vormarsch. Seit ihrem viralen Hit Made in China sammeln MaSiWei, DZ, Psy P und Melo aus Chengdu YouTube-Klicks in Millionenhöhe und touren in ausverkauften Hallen rund um den Globus. Auf ihrem aktuellen Album Five Stars (Release: Februar 2019) sind u.a. Features von Schoolboy Q, Ski Mask the Slump God, Denzel Curry und KOHH zu hören.

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